1987 in Schlema geboren, interessiere ich mich bereits seit frühester Kindheit für die Macht der Worte. Mich fasziniert die Herausforderung, beim Schreiben eigener Texte Gefühle mittels Sprache auszudrücken. Während meines Germanistikstudiums an den Universitäten in Leipzig und Chemnitz gewann ich einen umfassenden Blick "hinter die Kulissen" der deutschen Sprache sowie der Kommunikation im Allgemeinen. Schnell wurde mir dabei klar, dass die Theorie allenfalls ein solides Grundgerüst darstellen, nicht aber die Fähigkeit des Schreibens und Vortragens guter Texte hervorbringen kann.

Getreu dem Motto Ciceros "Reden lernt man nur durch Reden", machte ich meine ersten Erfahrungen als Sprecherin bei der Moderation von Konzerten und Veranstaltungen. Besonders wichtig war mir dabei, stets professionell aber dennoch natürlich und sympathisch zu bleiben. Seit Beendigung meines Studiums war ich als wissenschaftliche Hilfskraft an verschiedenen Universitäten tätig.

Die nachhaltigsten Lektionen erteilt aber das Leben selbst. So erforderte ein schwerer Schicksalsschlag, die plötzliche Erkrankung und schwere Pflegebedürftigkeit meines Vaters, einen Aufschub meiner beruflichen Karriere und eine Besinnung auf das Wesentliche - die Familie. Während der fünf Jahre der Pflege bis zu seinem Tod im November 2013 durfte und musste ich meine ganz persönlichen Erfahrungen mit Trauer, Hoffnung, Enttäuschung und all den Gedanken, die Einem während solch einer schweren Zeit im Kopf herumschwirren, machen. Emotionen wie Wut, Verzweiflung aber auch vollkommene Liebe und Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit mit einem geliebten Menschen sind mir daher nicht fremd, was ich auch als Bereicherung für meine Tätigkeit als Trauerrednerin ansehe. Nur wer sich hineinversetzen kann, ist am Ende auch in der Lage, ein Ventil zu schaffen, durch das ein Teil der Emotionen ihren Weg hinaus finden.
Weltanschauungen sowie religiöse Hintergründe spielen dabei für mich eine eher untergeordnete Rolle - was zählt, ist der Mensch als Individuum mit seiner ganz persönlichen Geschichte. Diese zu erzählen und mit meinen Fähigkeiten Wesen und Leben des Verstorbenen noch einmal zu vergegenwärtigen, sehe ich als mein Hauptanliegen und meine Berufung an.